RFID-Tags – nützlich, schädlich, weissnich?
Vielleicht sind sie Ihnen auch schon aufgefallen: Kleine Stifte oder ungewöhnliche Etiketten, die auf immer mehr Verpackungen kleben. Dabei handelt es sich um Radio-Frequency-Identifikation-Etiketten – sogenannte RFID-Tags. Sie speichern mehr Informationen als ein Bar-Code auf kleinstem Raum und können über Lesegeräte schnell abgefragt werden. Warum diese Tags in Zukunft einen enormen volkswirtschaftlichen und ökologischen Schaden bedeutet können, zeigt die Studie „Einfluss von RFID-Tags auf die Abfallentsorgung“ des Umweltbundesamtes.
In dem Bericht geht es dieses Mal nicht um datenschutzrechtliche Bedenken bei RFID-Tags1, sondern um die "Prognose möglicher Auswirkungen eines massenhaften Einsatzes von RFID-Tags im Konsumgüterbereich auf die Umwelt und die Abfallentsorgung". Vor allem auf Recycling-Prozesse haben die RFID-Tags in besonderem Maße Auswirkungen. Als Hauptproblem wird die in der Zukunft stark steigende Anzahl der RFID-Tags gesehen. Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Tags bis zum Jahr 2022 je nach Anwendungsbereich "Einsatzpotenziale von über einer Million bis hin zu einer Milliarde Tags pro Jahr" haben werden. Das heißt, dass sie unter anderem auch auf Einweggetränke- und Lebensmittelverpackungen zur Anwendung kommen – und dadurch unweigerlich im Müll landen.
Das ist das Problem: Gelingt es den Herstellern nicht, umweltverträgliche Tags zu entwickeln und bringt es die Recyclingindustrie nicht fertig, diese Tags von den Verpackungen zu entfernen und separat aufzubereiten, bedeutet dies einen enormen volkswirtschaftlichen und ökologischen Schaden. Bisher bestehen die Tags aus Stoffen wie Klebstoff, Silizium, Kupfer, Aluminium und Silber, Epoxidharze, Nickel und Kunstoffen. Sind diese Tags zum Beispiel in Kartonage integriert, kann diese nicht wie bisher recycelt werden. Für das Glas-Recycling prognostiziert der Bericht eine "drastische Qualitätsverschlechterung des Rezyklates" als Folge des Aufbrechens von Tags in Aufbereitungsprozessen.
Es müssen also neue Wege gefunden werden, wie RFID-Tags besser aus dem Müll herausgelöst werden können und dadurch ökologischer werden.
Den vollständigen Bericht des Umweltbundesamtes (der nur als Downlaod existiert) gibt es hier, als PDF-Datei.
1 RFID = Radio Frequency Identification (siehe Wikipedia)
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