11.06.2010

Mobile Tagging mit QR-Code

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Von Thomas Kleinmaier

In Japan prägen sie schon seit Jahren das Alltagsbild, inzwischen finden sie auch bei uns immer mehr Verbreitung: pixelige Quadrate aus schwarzen und weißen Punkten, die einen zweidimensionalen Code, den QR-Code enthalten. Der erspart uns das oftmals mühsame Abtippen einer langen Webadresse oder vCard.

 

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Gute Aussicht

Ob auf Plakaten, Briefmarken, Flugtickets oder Zeitschriften, dem Einsatzspektrum des QR-Codes (QR steht für quick response) sind kaum Grenzen gesetzt.

Der QR-Code wurde 1994 von der japanischen Firma Denso Wave entwickelt und diente ursprünglich zur Markierung von Baugruppen und Komponenten für die Logistik in der Automobilproduktion. Mit dem Aufkommen moderner Handys mit Kamera und Internetzugang hat sich das Anwendungsspektrum deutlich erweitert und als Mobile Tagging Einzug in den privaten Alltag gehalten. Vor allem in Japan ist der QR-Code nicht mehr wegzudenken. Mittlerweile werden dort keine Mobiltelefone mehr ohne QR-Code-Reader Software verkauft. Wer sein Handy nachrüsten möchte, sollte seinen Blick auf die Software von i-nigma werfen. Sie ist für das iPhone, Windows Mobile und Android Handys verfügbar.

Wo wird der QR-Code eingesetzt
Einsatzmöglichkeiten gibt es zuhauf. Viele Werbeaktionen integrieren einen QR Code, zum Beispiel auf Plakaten. Die dort verschlüsselten Informationen kann der Anwender mit einem Mobiltelefon mit geeigneter Reader-Software einlesen und wird dann direkt auf die entsprechende Website weitergeleitet. Einer Studie zufolge nutzen rund 90 Prozent aller befragten Japaner den QR-Code auf diese Weise.

Weitere Einsatzgebiete für den QR-Code sind zum Beispiel Routeninformationen, Bookmarks für den Webbrowser, weiterführende Informationen in Printmedien oder auch Informationen über Lebensmittel. Mithilfe des QR-Codes bekommt der Kunde wichtige Informationen auf sein Mobiltelefon, z.B. wie das Produkt angebaut oder ob auf bestimmte Pestizide verzichtet wurde. Der QR-Code kann aber auch Telefonnummern, Adressen oder informierende Texte enthalten, letztendlich kann man mit QR-Codes Texte aller Art kodieren.

Sogar komplette SMS lassen sich mit QR-Codes kodieren, etwa für SMS-Dienste. Nach dem Scannen muss der Benutzer nur noch auf „Senden“ drücken, um beispielsweise einen Bestellvorgang zu starten.

Der Verkehrsverbund Stuttgart (VVS) setzt bei der Fahrgastinformation auch auf QR-Codes. So hat jeder Fahrplan an einer Haltestelle einen eigenen QR-Code. Dieser beinhaltet einen Link zu den Abfahrtzeiten von dieser Haltestelle. Auf der VVS-Website gibt es auch eine kleine Übersicht über weitere Reader fürs Handy.

Auch Gute Aussicht setzt den QR-Code ein, zum Beispiel auf dem aktuellen Plakat zum Tag der Technik in Albstadt oder kürzlich für die neuen Roll-Ups für die Hochschule Albstadt-Sigmaringen.

Technische Merkmale
Der QR-Code ist ein 2D-Code und besteht aus einer quadratischen Matrix aus schwarzen und weißen Punkten, die die kodierten Daten binär darstellen. Im Gegensatz zu einem herkömmlichen Barcode enthält der QR-Code Daten sowohl horizontal als auch vertikal. Eine spezielle Markierung in drei der vier Ecken des Quadrats gibt die Orientierung vor. Die Daten im QR-Code sind durch einen Fehler korrigierenden Code geschützt. Je nach Fehlerkorrektur-Level könne bis zu 30% des Codes zerstört sein, und der Code kann trotzdem noch dekodiert werden.

Der maximale Informationsgehalt eines QR-Codes beim niedrigsten Fehlerkorrektur-Level L beträgt 7089 Dezimalziffern oder 4296 alphanumerische Zeichen.

Ein QR-Code kann auch farbig sein, doch ist hierbei auf einen bestmöglichen Kontrast zu achten Manche Benutzer verfremden sogar QR-Codes mit Hilfe eines Grafikprogramms, indem sie den QR-Code mit einem zusätzlichen Bild, häufig dem eigenen Gesicht, überlagern. In der Größe ist dem QR-Code keine Grenze gesetzt, solange das Lesegerät das Bild formatfüllend und differenziert aufnehmen kann. Sogar Plakatwände und ganze Häuserfassaden wurden schon mit einem einzigen QR-Code versehen.

Neben dem QR-Code existieren noch einige andere 2D-Codes, doch weit verbreitet ist neben dem QR-Code lediglich DataMatrix.

Mein Fazit
Der QR-Code bietet nach meiner Ansicht eine geniale Schnittstelle von Print nach Digital und notorische Nörgler à la "das bisschen Abtippen ist doch kein Problem" haben wohl noch nie versucht, eine kryptische Endlos-Webadresse ins Handy einzutippen. Ich denke jedenfalls, die pixeligen Quadrate werden uns in Zukunft noch viel öfter begegnen – gute Aussicht also für den QR-Code.

Weitere Infos
QR-Code generieren und API-Dokumentation zum direkten Generieren eines QR-Codes in eigenen Projekten unter http://goqr.me
News und Downloads unter http://mobile-tagging.blogspot.com
Infoseite zum QR-Code unter http://qrcode.wilkohartz.de/

 

QR-Code Struktur
QR-Code Struktur - Quelle: Wikipedia

 

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