16.07.2010

Keine Chance dem Drexmüll

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Von Thomas Kleinmaier

Am 17.07.2010 startet in Albstadt die Aktion „Saubere Stadt“. Die von Gute Aussicht visuell gestaltete Kampagne möchte bei den Bürgern ein Bewusstsein für Littering schaffen. Unterteilt in eine gelbe und eine rote Phase werden zunächst gelbe Karten an Müllsünder verteilt, danach ist Schluss mit lustig: Dann werden Bußgelder fällig.

Das Problem: Littering

Das unsachgemässe Entsorgen von Abfall, kurz Littering, verursacht für die Stadt Albstadt zunehmend mehr Reinigungsaufwand, höhere Kosten und demotiviert zugleich jene, die sich korrekt verhalten. Verpackungen, Zigarettenkippen, leere Flaschen, Kaugummis und Hundekot sind seit langem ein Ärgernis. Auch das Image einer Stadt kann durch Littering leiden. Zudem fühlt sich die Bevölkerung belästigt, denn das Thema Sauberkeit spielt in der Wahrnehmung vieler Menschen eine zentrale Rolle.

Die Kampagne: Saubere Stadt

Plakat in Albstadt für eine saubere Stadt
Die ersten Plakate hängen bereits.

Die Innenstadt als Visitenkarte liegt dabei besonders im Fokus der Öffentlichkeit. Mit der Aufwertung der Ebinger Innenstadt durch die bauliche Umgestaltung und vermehrten Klagen Albstädter Bürgerinnen und Bürger, dass Abfall achtlos weggeworfen wird, ist für die Albstädter Stadtverwaltung nun die Zeit gekommen, um in einer Aktion gegen die Vermüllung der Innenstadt anzugehen. Angelehnt an Initiativen anderer Städte wie Filderstadt, will die Stadt Albstadt mit der Konzeption „Saubere Stadt“ das Bewusstsein in der Bevölkerung ändern.

Der Plan: Nicht abzocken, sondern erziehen

Die Mitmenschen sollen gegenseitig auf „Kleinmüllsünder“ achten und die Kampagne somit eine „Erziehungsfunktion“ bei den Bürgerinnen und Bürgern erfüllen.
Gesetzliche Grundlage für die Maßnahme bildet § 17 Abs. 1 Nr. 6 der polizeilichen Umweltschutz- Verordnung der Stadt Albstadt in der Fassung vom 22.07.2004: „Auf öffentlichen Straßen und Gehwegen sowie in Grün- und Erholungsanlagen ist untersagt: Gegenstände wegzuwerfen oder abzulagern, außer in dafür bestimmte Abfallbehälter“.

Albstadt im Zollernalbkreis für eine saubere Stadt
Die Plakate der Aktion "Saubere Stadt"
werden in zwei Varianten geklebt.

Das dies nicht immer gelingt belegt die Aussage des Albstädter Betriebsamtes, wonach im Jahr 2009 schätzungsweise 300.000 bis 350.000 Euro für die Abfallbeseitigung und Reinigung der Innenstadtbereiche Ebingen und Tailfingen ausgegeben wurden. Mit der o.g. Kleinmüllregelung besitzt die Stadt eine Rechtsgrundlage, um mit einem Bußgeld gegen kleine und größere Müllsünden vorzugehen.

Dies geschieht nun mit den zwei Phasen der Kampagne für eine „Saubere Stadt“. Damit allein ist es aber nicht getan. Auch die Stadtverwaltung steht in der Pflicht und muss die Möglichkeit für eine korrekte Abfallentsorgung gewährleisten. In Ebingen und Tailfingen werden deshalb weitere Abfalleimer bereitgestellt oder mit einem Ascherbecher nachgerüstet.

Die Phasen: Von Gelb (Verwarnung) bis Rot (Bußgeld)

Die Initiative „Saubere Stadt“ ist in zwei Phasen untergliedert. Während der Auftaktveranstaltung am 17.07.2010 erfolgt mit einer Stadtputzete in Zusammenarbeit mit Schulen, Kindergärten und Vereinen der Startschuss. Damit beginnt eine zweimonatige Phase, in der zunächst verstärkt kontrolliert wird und ertappte Müllsünder mit einer gelben Karte verwarnt werden, die noch ohne Konsequenzen ist.

Keine Cahnce dem Drexmuell - gelbe Karte für Müllsünder
Albstadt zeigt Kleinmüllsündern die gelbe Karte.

Am 13.09.2010 beginnt die rote Phase, die vorab durch Plakate in Bussen und Schaufenstern nochmals ins öffentliche Bewusstsein dringen soll. Ab jetzt setzt die Stadt Albstadt konsequent den Bußgeldkatalog Müll um. Egal ob achtlos weggeworfener Kaugummi, Papier oder Zigarettenkippe - werden die Verursacher erwischt,  gibt es sofort kräftige Bußgelder. Die Palette der Strafgelder reicht von 15 EUR bis zu 50 EUR. Teuer wird es zum Beispiel bei nicht beseitigtem Hundekot, für nicht weggeräumte "Tretminen" sind künftig 35 EUR fällig.

Die Bußgelder: Von „Uups!“ bis „Autsch!“

  • Zigarettenkippen achtlos wegwerfen > 20 EUR
  • Obst- und Lebensmittelreste, Papier oder ähnliches wegwerfen > 20 EUR
  • Aschenbecher entleeren > 35 EUR
  • Kaugummi, Dosen, Flaschen und Verpackung nicht im Mülleimer entsorgen > 35 EUR
  • Hundekot auf Straßen, Gehwegen und Plätzen > 35 EUR
  • Verrichten der Notdurft in der Öffentlichkeit > 35 EUR

In Ebingen und Tailfingen stehen derzeit übrigens 62 Abfalleimer, größtenteils mit Ascher, bereit.

Unsere Aufgaben: Vom Slogan bis Karten- und Plakatgestaltung

Drexi gibt dem Drexmüll keine Chance: Albstadt für eine saubere Innenstadt
Drexi gibt dem Drexmüll keine Chance.

Damit die Kampagne ein dauerhafter Erfolg wird, ist Präsenz in der Öffentlichkeit sowie breite Akzeptanz in der Bevölkerung nötig. Mit dieser Zielvorgabe entwickelte Gute Aussicht in enger Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung einen griffigen Slogan und übernahm die visuelle Gestaltung von „gelber Karte“ und Plakaten.

Mit der Einführung des Maskottchens Drexi, einer Comicfigur in X-Form, und dem Slogan „Keine Chance dem Drexmüll“ wird die Aktion informativ und provokativ zugleich kommuniziert und verfügt über einen hohen Wiedererkennungswert: Wichtige Voraussetzungen, um langfristig Verbesserungen bei Verhalten und Sauberkeit zu erreichen.

Übrigens

Die gelben Karten und Plakate wurden auf FSC-zertifiziertem Papier aus nachhaltiger Forstwirtschaft gedruckt, was das Ansinnen der Stadt unterstreicht, für mehr Nachhaltigkeit im Umgang mit Müll zu sorgen.

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