Web 3.0 – wie sieht die Zukunft des Internets aus?
Tagtäglich kämpfen wir mit einer gigantischen Datenflut, dank der Neuerungen des Web 2.0 vermehren sich die Inhalte im Web explosionsartig. Und Computer können immer noch nicht unterscheiden, ob wir mit Staubecken nun Staub-Ecken oder Stau-Becken meinen, ergo muss ein neues Web muss.
Im Web 1.0 konnten Inhalte an viele Konsumenten verbreitet werden. Im Web 2.0 konnten und können Konsumenten Inhalte erweitern oder selbst generieren, d.h. Benutzer können im Web 2.0 nicht nur die von meist großen Medienunternehmen bereitgestellten Informationen passiv nutzen, sondern stellen aktiv ihre Inhalte ins Netz – als Blogger, Twitterer, Wikipedianer und und und .... In dieser Form werden also Informationen von vielen für viele erstellt.
Mit der zunehmenden Menge an Informationen müssen wir allerdings auf technische Hilfsmittel wie Suchmaschinen zurückgreifen, um uns einigermaßen zurecht zu finden. Das Problem: Rechner können Inhalte nur verarbeiten, aber nicht den Sinn dahinter verstehen. Zum Beispiel: Golf, Golf oder Golf? Entweder ist das Auto, die Sportart oder die große Meeresbucht gemeint.
Für Abhilfe soll jetzt die Weiterentwicklung des Webs sorgen: Web 3.0. In diesem Zusammenhang fallen dabei oft die Begriffe „semantisches Web“ oder „das Internet der Dinge“. Neben der Inhaltsebene soll dem Web eine Bedeutungsebene hinzugefügt werden. Web-Sites sollen Inhalte für die jeweilige Bedeutung und die Beziehung der Informationen zueinander liefern – und das in einem Format, welches Rechner auch verarbeiten können.
Durch die semantische Bedeutung sollen Daten zum Beispiel über eine Person mit ihrem Aufenthaltsort und ihren Vorlieben in Beziehung gesetzt werden können. So können neue Zusammenhänge entdeckt werden, die zuvor nicht erkennbar waren (auch bekannt als Serendipity-Effekt).
Zu diesem Thema gibt es aktuell ein unterhaltsames und informatives Video von Kate Ray. In der Dokumentation geben unter anderem Sir Tim Berners-Lee (Erfinder des WWW), David Weinberger und weitere Experten einen spannenden Einblick in die Bedeutung des semantischen Web für die Zukunft.
Interessant ist, dass Sir Tim Berners-Lee bereits 1994 in einem Vortrag das Prinzip des semantischen Webs vorgestellt hat. Ein paar Grafiken davon gibt es noch auf der Web-Site des W3C. Berners-Lee hat übrigens auch die erste Web-Site der Welt unter der Adresse info.cern.ch online gestellt. Für Nostalgiker gibt es eine Kopie dieser Seite von 1992.
Aber nun zum versprochenen Video:
Alle, die einmal ein praktisches Beispiel testen wollen, sollten ein Blick auf DBpedia werfen. Dahinter verbirgt sich ein Projekt der Universität Leipzig, der Freien Universität Berlin und OpenLink Software, welches Daten aus Wikipedia semantisch in Verbindung bringt und somit allgemeinere Fragen erlaubt.
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